Investieren in die Zukunft = „geplünderte(n) Rücklagen“ (WiP)?

In seinem letzten Beitrag im Isaranzeiger hatte Herr Stohrer (1. Vorsitzender der WiP) sich darüber ausgelassen, dass der Brandbrief der Gemeinde Pullach zur unzuverlässigen S-Bahn (S7) nichts brächte, stattdessen über eine Tieferlegung (!) der S-Bahn nachzudenken sei und dabei beiläufig fallen gelassen, dass die „geplünderten Rücklagen für langfristige Projekte wieder aufgebaut werden“ müssen.

Wow! Plünderung wird in der Wikipedia definiert als „Diebstahl, Unterschlagung oder Raub während Tumulten oder Kriegshandlungen“. Größer ging es nicht?

Ist das allen Ernstes der Ton und Stil, mit dem die WiP die kommenden Wochen bis zur Kommunalwahl am 8. März 2026 arbeiten will?
Anscheinend, denn Herr Stohrer schreibt ja im „Namen des Vorstands und der Gemeinderäte der WiP“. Ist das Strategie oder nur ein unbedachter und unreflektierter Umgang mit Begriffen?

Die Frage sei erlaubt, warum die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der WiP nicht Alarm geschlagen haben, sollten Haushaltsmittel der Gemeinde Pullach illegal verwendet worden sein.
Warum hat der Geschäftsleiter der Gemeinde Pullach, der „überparteiliche“ Bürgermeisterkandidat der WiP, Heinrich Klein, denn nichts gegen die vermeintliche „Plünderung“ der Haushaltsmittel getan?

Selbstverständlich war nichts an den Investitionen der Gemeinde Pullach illegal!

Es wird aber schnell deutlich, dass das Ziel der Verwendung solcher Begriffe nicht ein konstruktives, faires Ringen um die besten Ideen für unsere Gemeinde Pullach ist, sondern augenscheinlich die Verächtlichmachung der politischen Mitbewerberinnen und Mitbewerber.

Und das ist äußerst schade und unanständig!

So sind im Gemeinderat in den letzten Jahren unglaublich viele Projekte mit meist großer Mehrheit beschlossen, anschließend geplant, begonnen und umgesetzt worden, die das Leben für alle Bevölkerungsgruppen in Pullach besser, angenehmer oder zukunftssicher machen.

Die Geothermie wurde weiter ausgebaut und sichert, zusammen mit einem großen Anteil an Photovoltaik und bald 6 Windrädern, eine unabhängige und fossilfreie Energieversorgung, mittel- und langfristig zu günstigen Preisen für Menschen und Wirtschaft.

Die Grundschule wird saniert und ausgebaut, eine Tagespflege mit Wohnungen befindet sich im Bau, der Bahnhof kann zu einem Begegnungsort mit Platz für einen Seniorentreff ausgebaut werden. Eine Lärmschutzwand mit einer Länge von über einem Kilometer entlang der B11 wurde gebaut. Die Jugendlichen ziehen bald in eine neue Freizeitstätte ein und der Sportverein kann auf neuen Spielflächen trainieren, ein lärmgeschützter Skatepark entsteht dort ebenso. Neue Spielplätze für Kinder und Familien wurden erstellt oder sind geplant, bestehende Spielplätze werden erneuert.

Die über 100 Millionen Euro Rücklagen, die sich über viele Jahre angesammelt haben, wurden und werden von einer modernisierten und effizienten Verwaltung in Projekte „umgewandelt“, die allen Menschen in Pullach in unterschiedlicher Weise zugutekommen.

Im Jahr 2026 muss die Gemeinde eine sehr hohe Kreisumlage an den Landkreis überweisen (54,8 Millionen Euro). Grund hierfür sind die erfreulich hohen Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2024. Im Jahr 2027 wird die Kreisumlage wieder niedriger ausfallen. Aktuell ist davon auszugehen, dass sich die im Jahr 2025 im Verhältnis niedrigeren Gewerbesteuereinnahmen in den kommenden Jahren wieder positiv entwickeln werden.

Somit bleibt Pullach auch zukünftig für weitere wichtige Projekte liquide und handlungsfähig.

Das ist unser Verständnis gemeinwohlorientierten politischen Handelns, für die Menschen in Pullach, für die Wirtschaft und für das Klima!

Fabian Müller-Klug

Gemeinderat der GRÜNEN in Pullach